Vortragsreihe „Treffpunkt Heimat“ 10/26

Mittwoch, 28. Oktober 2026, 19:00 Uhr, Lichtspiele Wadern

Foto: Selbsterklärend

Der französische Zoll in Wadrill zwischen 1946 und 1959

Die beiden Referenten berichten mit zahlreichen Fotos und anhand einiger Karten über die Situation am Grenzübergang zwischen dem teilautonomen Saarland und der Bundesrepublik Deutschland. Sie gehen zunächst auf die politische Lage nach dem Ende des Krieges und die Loslösung des Saargebietes aus der französischen Besatzungszone ein. Die Errichtung der Wadriller Zollstelle im Dezember 1946 und einige prekäre Situationen unmittelbar an der Zollstelle kann Helmut Marmit aus eigenem Erleben schildern. Beim sogenannten „Kleinen Grenzverkehr“ hatten die „Rotpässler“ und die „Graupässler“ unterschiedliche Rechte. Durch die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung im Saarland und in der Bundesrepublik entwickelte sich ein lebhafter Schmuggel in den Wäldern um Wadrill. Der Hauptumschlagplatz für Schmuggelgüter war der Grimburger Hof. Zahlreiche Zeitzeugenberichte machen diese Ereignisse wieder lebendig. Nicht zuletzt wird auch das recht ungezwungene, bisweilen freundschaftliche Verhältnis zwischen der hiesigen Bevölkerung und den Zollbeamten und ihren Familien eine Rolle spielen.

Albert Räsch war Gymnasiallehrer u.a. für Geschichte am Hochwaldgymnasium in Wadern. Seit einigen Jahren ist er Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Wadrilltal. Seit 10 Jahren ist er der Herausgeber des Historischen Kalenders für Wadrilltal. 2024 erschien von ihm ein Wörterbuch über die Wadrilltaler Mundart.

Helmut Marmit wurde 1940 in Wadrill geboren und lebt heute in Wadern. Seine ersten Lebensjahre hat er unmittelbar an der Grenzstation verbracht. In den Ruhestand ging er als Postamtmann. Die Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend in Wadrill hat er 2022 in dem Buch „Es waren gute Jahre“ festgehalten.