Mittwoch, 25 Feb. 2026, 19:00 Uhr, Lichtspiele Wadern
Foto:
Angeblich in Nennig gefundenes Mosaik (MNAHA, Museumsarchiv, © Institut Grand-Ducal Section historique, Luxembourg)
Nennig – Rom – Nizza: Einblicke in das Leben des berüchtigten Fälschers Heinrich Schaeffer (1837–1884) aus Trier
1855 verlässt ein junger Handwerker den SaarMoselRaum. Elf Jahre später kehrt er zurück – als vermeintlich gefeierter Künstler und Experte für die römische Antike. Heinrich Schaeffer täuscht in Nennig mit gefälschten Malereien und Inschriften gezielt regionale Eliten und Geschichtsvereine und inszeniert sich erfolgreich als Archäologe. Doch der Aufstieg ist kurz. Nach seiner Entlarvung flieht Schaeffer nach Rom und beginnt von vorn: als antiklerikaler Journalist, der mit Falschmeldungen und Verschwörungserzählungen in öffentliche Debatten eingreift.
Um 1880 ist der Kontakt zu seiner Familie in Trier und Saarbrücken längst abgebrochen, den meisten gilt Schaeffer bereits als tot. Er erfindet sich erneut – diesmal in Nizza. Dort gelingt es ihm, als Kunsthändler Anerkennung zu erlangen, und diesmal mit dauerhaften Folgen: Seine Lügen und Fälschungen beeinflussen die französische Kunstgeschichtsschreibung über Jahrzehnte. Dr. Alexander Hilpert stellt sein neu erschienenes Buch vor und erzählt das Leben eines Mannes, der die Sehnsucht nach Geschichte und Authentizität systematisch ausnutzte.
Dr. Alexander Hilpert, Historiker und Gymnasiallehrer, ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Geschichte und Landesgeschichte und leitet die Lernwerkstatt Geschichtsunterricht digital (GUdig) an der Universität des Saarlandes.

