Mittwoch, 08 Apr. 2026, 19:00 Uhr, Lichtspiele Wadern

Abb. 001 Kartenaufnahme der Rheinlande durch Tranchot und Müffling (1803-1820) (geoportal.rlp.de)
Der Kaisergarten von Wadern – Eine Ehrenpflanzung in den linksrheinischen Departements des französischen Kaiserreichs?
Mit der Besetzung des linken Rheinufers im Jahre 1794 gelangten auch große Teile des Kurfürstentums Trier und der habsburgischen Niederlande unter französische Herrschaft. Ab 1797 wurden die besetzten linksrheinischen Gebiete nach französischem Vorbild reorganisiert und Departements gebildet. Das politische Geschehen wurde seit dem Staatsstreich des Jahres 1799 maßgeblich von Napoleon Bonaparte bestimmt, der sich im Jahre 1802 zum Konsul auf Lebenszeit ernennen ließ. Die Krönung zum Kaiser der Franzosen 1804 markierte schließlich den Höhepunkt seiner Transformation zum Alleinherrscher. Seine bis 1814/15 andauernde Herrschaft ging einher mit einer gezielten öffentlichen Inszenierung seiner Person und seiner Familie, die darauf abzielte, die Macht Napoleons sakral und historisch zu legitimieren. Einen heute weitgehend in Vergessenheit geratenen Denkmaltyp stellen in diesem Zusammenhang die ab 1810 im gesamten Reich gepflanzten „Napoleonsgärten“ dar. Auch im heutigen Saarland, das sich über die Departements Sarre, Mont-Tonnerre und Moselle verteilte, lassen sich mindestens fünf solcher Anlagen nachweisen. Der Vortrag schildert die genauen Umstände der Errichtung der Napoleonsgärten und beleuchtet die Vorbilder, die Darstellung und die Symbolik der Anlagen.
Matthias Paulke ist seit 2024 Konservator am Amt für Kirchliche Denkmalpflege des Bistums Trier, von 2002 bis 2024 war er Mitarbeiter an den Landesdenkmalbehörden Luxemburgs und des Saarlandes. Er forscht seit einigen Jahren zu Themen der Gartendenkmalpflege und der Geschichte der Landschaftsarchitektur.

